Freitag, 31. August 2012

In memoriam... oder auch: ich habe mich getraut...


... und habe "Ja" gesagt - und zwar zu meinem ersten Tattoo.







Ich wollte ja schon seit Jahren immer mal wieder ein Tattoo und der Wunsch war ja nie ganz verschwunden. In Wirklichkeit bin ich nur ein ziemlicher Angsthase gewesen und habe immer wieder Rückzieher gemacht.

Mir geht's auch aktuell nicht so gut, aber das Tattoo musste trotzdem sein und ich konnte auch nicht länger warten. Dafür, dass ich erst Jahre überlegt habe, wusste ich dann plötzlich doch ziemlich rasch, was ich wollte. Da hat mich das Dahinscheiden meines kleinen Pys sozusagen sprichwörtlich beflügelt und mir auch den fehlenden Mut gegeben, dass Projekt des Tättowierenlassens endlich durchzuziehen.
Ich wusste immer schon, dass ich gern ein Tattoo hätte, das Flügel beinhalten sollte. In letzter Zeit hatte ich auch mehrmals mit dem Gedanken an Pfoten gespielt. Irgendwie war es dann doch nicht mehr so schwer, eins und eins zusammenzuzählen und zu dem Ergebnis zu kommen.

Jetzt trage ich nun also seit gestern ein Tattoo etwas höher als am Handgelenk und auf der Arminnenseite. Gewählt habe ich den linken Arm, weil links ja die Herzseite ist und ich dies überaus passend fand, um die Liebe zu meinen Tierchen zu symbolisieren.



Zur Bedeutung meines Tattoos: 

Zum Einen ist es für mich Symbol der Erinnerung - und zwar nicht nur an meinen kürzlich verstorbenen Kater Pythagoras, sondern an alle meine bisher verstorbenen Tierchen. Ich möchte damit jedoch nicht nur ihr Leben und ihren Tod ehren. Das Tattoo ist für mich auch Symbol dessen, wie sehr ich mich ganz im Allgemeinen zu Tieren und im Besonderen zu meinen persönlichen Tierfreunden hingezogen fühle.
Ich denke, dass alle tierischen Begleiter ein Geschenk des Himmels sind und reinen göttlichen Ursprungs entstammen. Schon als kleines Kind habe ich eine starke Verehrung und Liebe für Tiere empfunden. Ich denke, dass kaum eine andere Form von irdischen Lebewesen zu solch reiner, bedingungslosen Liebe fähig sind, wie es Tiere sind.
Auch wenn ich Engel als energetische Wesen verstehe, so sehe ich Flügel doch als schönes Symbol für sie an. Eine Feder - in meinen Augen das Symbol für Leichtigkeit, Freiheit aber auch Reinheit - und viele weitere Federn bilden für mich das Netz der Stärke, Liebe und Reinheit: Flügel eben. Die Flügel in meinem Tattoo symbolisieren für mich einerseits das Geleit der Engel für meine lieben Tierchen, andererseits die allgegenwärtige Liebe der Schöpferkraft, der wir entstammen.
Den Heiligenschein sehe ich als Bild für den spirituellen Kanal, durch den liebevolle, starke Lichtenergie strömt.   

Trotz der doch recht schnellen Tättowieraktion hat dieses Tattoo für mich also eine tiefgreifende Bedeutung und uch habe nicht überstürzt gehandelt, wie es sich vermuten lässt, auch wenn die Umstände und meine generelle Verfassung zur Zeit darauf eventuell schließen lassen könnten.






Tättowieren und Nachsorge:

Eigentlich hatte gestern nur meine Mutter einen Termin, um ihr Tattoo nachstechen zu lassen. Ich habe sie begleitet und wir haben es geschafft, den Tättowierer zu überreden, mich auch ohne Termin mit meinem ersten Tattoo zu beglücken, sollte am Ende noch genügend Zeit übrig sein.

Ich war schon seit dem Entschluss, dieses Mal wirklich alles durchzuziehen und mir das Tattoo machen zu lassen, ziemlich aufgeregt. Als ich dann bei meiner Mom dabei sein konnte, hat mich die Faszination gepackt und ich habe es sehr genossen, zusehen zu können. Das Handwerk ist einfach total toll, faszinierend und eine echte Kunst und das Gespräch mit dem Tattooartist war auch sehr angenehm und tiefgründig.

Als Mom fertig war, war ich dann an der Reihe, mein Tattoo zu bekommen. Ich dachte erst, ich könnte es im Sitzen durchziehen, da es sich ja nur um ein vergleichsweise kleines Tattoo handelte, aber mein Kreislauf hat das dann doch nicht ganz mitgemacht und nach den ersten - ich schätze drei Minuten - musste ich mich dann doch hinlegen. Der Tättowierer hat dabei super reagiert und blieb ganz ruhig, was mich ebenso schnell beruhigt hat. Die ganze Atmosphäre war ohnehin sehr angenehm und es fiel mir sehr leicht, Sympathie und Vertrauen zu entwickeln.
Man muss an dieser Stelle vielleicht auch wissen, dass ich schon beim Blutabnehmen regelmäßig zusammenklappe. Meine Psyche kommt auf Blut oder die Vorstellung irgendwelcher Fremdkörper in meiner Haut einfach überhaupt nicht klar und meine Systeme machen schon bei der Vorstellung daran einen Abgang. Ich war schon froh, dass ich nicht bereits abgeklappt bin, als Mom ihren Nachstich bekam, und ich sogar ganz genau hinsehen konnte. 
Man hat aber auch kein Blut gesehen und die sehr angenehme Präsenz des Tättowierers hat mich gut entspannen lassen.

Ich blieb dann für die restliche Prozedur einfach liegen und habe auch nicht weiter zugesehen, wie ich tättowiert worden bin. Demnach habe ich hauptsächlich auf den Schmerz geachtet - auch wenn ich mir zunächst nochmal kurz die Dekoration des Raumes ansah. Ich habe es versucht, so zu handhaben, wie ich es in meiner Ausbildung gelernt habe und dem Schmerz einfach Raum zu geben und ihm zu gestatten, präsent zu sein, weil er so leichter hinzunehmen ist und eher wieder schwindet.



Tat es weh?

Nein zu sagen, wäre gelogen. Aber: der Schmerz war nichts im Vergleich zu der Vorstellung des Schmerzes, die ich vorab hatte. 
Am unschönsten empfand ich den Vorstich. Dieser hat mich gedanklich einfach irgendwie geekelt, weil er in mir das Gefühl ausgelöst hat, dass ein metallischer Gegenstand einfach durch meine Haut gezogen wird und das gedankliche Bild dessen schlimmer war, als die Realität. Der Vorstich hat mir auch mehr weh getan, als die Schattierungen. Aber hauptsächlich empfand ich den Schwerpunkt des Tättowiervorganges eher als psychisch-emotionale Belastung, anstelle eines physischen Schmerzes. 

Im Übrigen kann ich auch anmerken, dass ich das Geräusch des benutzen Instrumentes als sehr angenehm empfand. Anstelle dessen, dass es mir auf die Nerven ging, wie ich es von einigen Aussagen Bekannter und Freunde kenne, hat es mich entspannt. Es war einfach ein angenehmes Surren.

Am Ende konnte ich dann auch erfühlen, welche Stelle des Motivs gerade tattöwiert wurde, worauf ich stolz war, weil es mir zeigte, dass ich in meinen Empfindungen war und meinen Körper gut wahrnahm.




Bilder?

Leider habe ich im Studio keine Fotos gemacht und auch ohnehin vergessen zu fragen, ob das überhaupt möglich ist. Ich hätte gern zumindest ein Bild gehabt, aber die Erinnerung ist ja eh in mir festgehalten. 

Ich zeige Euch aber trotzdem noch einige Fotos, die gestern entstanden sind, weil sich ja irgend jemand von Euch dafür interessieren könnte, selbst noch keine Erfahrungen hat und neugierig ist, und so weiter... 


Das Tattoo mit Folie gesichtert - und noch etwas ersichtliches Wundwasser.

Nach der Wartezeit konnte die Folie endlich entfernt werden. Mom half mir, damit ich einen Arm für die Kamera frei hatte.

Das Tattoo wurde gesäubert - von Wundwasser und Farbe.

Ordentlich getrocknet wurde es auch.

Und anschließend mit einer nötigen, wichtigen Pflege versorgt.


Als ich gestern dann fertig war, war ich total happy und mein Adrenalinspiegel war so hoch, dass ich das Gefühl hatte, von hier daheim bis nach Heidelberg laufen zu können (ich wohne nahe bei Berlin). Mein Kreislauf war immer wieder dabei, am Rad zu drehen, aber nun darf man ja auch nicht vergessen, dass ich keineswegs wie im Idealfall ans Tättowieren heran gegangen bin und ich ohnehin schon angeeckt war. 
Ich war gestern einfach extrem glücklich über das Tattoo und kam mir vor, wie betrunken vor Freude und Erleichterung. 




Und heute? Der erste Tag, an dem ich mit dem Tattoo wach geworden bin?

Es ist einfach ein geiles Gefühl, dass das Tattoo immer noch da ist und das alles kein Traum war! 

Die Haut ist natürlich noch angeeckt und mein Arm ist auch noch etwas geschwollen, aber das ist ja normal.

Ich bin einfach immer noch total happy, dankbar dafür, dass Dank des East Tattoos alles so super geklappt hat, dankbar auch meiner Mom für dieses tolle Vorabgeburtstagsgeschenk und vorallem auch stolz auf mich selbst, dass ich es endlich durchgezogen habe. Ich fühle mich ein Stück weit gewachsen und glücklich mit meiner Erfahrung. Ich habe mich überwunden und endlich den Mut gefunden und mein Körpergefühl hat nochmal einen richtig positiven Kick bekommen.



Heute haben mir meine Jungs dann noch etwas für weitere Aufnahmen Model gestanden. Es ist aber gar nicht so leicht, diese Körperstelle allein zu fotografieren, erst recht nicht so, dass das Tattoo richtig herum zu sehen ist. Dazu kommt, dass man ja noch durch den Glanz der Tattoopflege eine kleine Erschwerniszulage beim Fotografieren hat, da man diesen auf den Fotos umngehen muss...


Hier sieht man die Schwellung noch ganz gut. Katzenmodel: Ethan Calanthe Galilei (Kuhchen)

Das Motiv richtig herum. Katzenmodel: O'Malley

Katzenmodel: O'Malley



Ich habe auf den heutigen Fotos im Übrigen mal den kleinen Ausschlag wegretuschiert, damit er das Bild nicht so verschandelt und nicht vom eigentlichen Tattoo ablenkt. 





Tattoo & Piercing Studio meines Vertrauens: 

Für alle Interessierten:
Das Tattoo habe ich im East Tattoo in Schöneiche bei Berlin stechen lassen.





Schaut Euch ruhig mal die Homepage an - dort sind in der Galerie einige interessante Tattoos, aber auch Piercings ausgestellt. Für Facebook-Fans gibt es auch noch die passende Facebook-Seite, die Ihr finden könnt, indem Ihr HIER klickt.



Montag, 27. August 2012

Ruhe sanft, Schwarzfresschen...!


Das schlimmste an Tierarztbesuchen ist, wenn man seine lieben Tierfreunde nicht mehr mit nach Hause nehmen kann, bzw. nur noch ihre Hülle mitnehmen kann. 
Heute ist genau dieser Fall eingetreten. 

Schon seit Längerem ging es unserem kleinen Racker nicht mehr wirklich gut, nur hat sich nicht feststellen lassen, was er hatte. 
Heute, nachdem ich von der Arbeit nach Hause kam, machten sich meine Eltern mit meinem lieben Pythagoras erneut auf den Weg zum Tierarzt, weil er sehr schlecht ausah, seine Medizin nicht nehmen wollte und auch nichts fraß. Daraufhin wurde er dann operiert und der Tierarzt sagte uns, er würde sich bei uns melden, wenn er etwas festgestellt hätte. Der Anruf kam viel zu früh, als dass es eine gute Nachricht hätte sein können. Mein Kleiner hatte schon zig Tumore gebildet. So hieß es, heute Abschied nehmen zu müssen. Gemeinsam mit meinem Vater habe ich unseren kleinen Py - seine körperliche Hülle - vom Tierarzt abgeholt und anschließend haben wir ihn dann im Garten begraben. 
Ich habe ihn selbst - in eine Decke gehüllt - ins kleine Grab gelegt. Das war mir wichtig. Er war mir immer sehr nah und ich ihm. Sowie ich das Haus betreten habe, kam er an. Er hat so gern auf meinem Bauch gelegen, weil es dort so weich war und man so gut mit den messerscharf-bekrallten Pfötchen pfoten konnte. Ich habe immer zu ihm gesagt "Komm' her, Mama ist weich" und dann kam er an und hat es sich auf meinem Bauch bequem gemacht. Ich habe den Kleinen praktisch von klein auf aufwachsen sehen und war seine Katzenmama... 

Py - meine kleine Scharzfresse, unser Scheißerchen, Bauernlümmel, Stallbursche... Er war wohl unser auffälligstes Tierchen, weil er immer am meisten geredet hat, manchmal so sehr, dass es fast etwas genervt hat. Er war für jeden Schabernack zu haben, tatzte aus dem Hinterhalt nach uns, wenn wir am Kratzbaum vorbeigingen. Er forderte sich ein, was auch immer er wollte. Er liebte es, mit Papiertaschentücherpackungen zu spielen und allerhand Dinge auf diebische Weise zu entwenden. 
Wenn es irgendetwas gab, das man auslöffeln konnte, so war er dabei. Gerade deshalb wird es so auffällig sein, dass er fehlt...
Py hat sein Leben gelebt. Schnell, auffällig, laut. Er war wirklich charakterstark. Ich werde ihn so vermissen, mein kleines Scheißerchen...    














Ich musste das jetzt einfach hier schreiben... Weil ich es einfach teilen musste...
Weil er es verdient hat, Erwähnung zu finden.

Ich weiß, dass er es jetzt besser hat, glaube ja auch an ein Leben nach dem Tod. Aber die egoistische Seite von mir vermisst ihn dennoch.
Es schmerzt, auch wenn die Erinnerung an ihn bleibt.
Wie soll man seinen kleinen Tierfreunden erklären, dass ihr jahrelanger Freund nicht nach Hause kommen wird, wenn sie nach ihm suchen?! Es tut so weh, das zu sehen....


Ich muss morgen früh raus, gleich morgens vor Gericht erscheinen und dann noch zig Klientengespräche durchstehen, bis in den Abend hinein. Ausgerechnet morgen ist der längste Arbeitstag der Woche. Ich fühle mich nicht danach, ins Bett zu gehen und zu schlafen. Und irgendwie doch wieder schon... Ich fühle mich nicht danach, das Haus zu verlassen oder irgendwelche Leistung zu erbringen.

Ich werde jetzt noch ein bisschen an meine kleine Schwarzfresse denken, ihm alles Gute wünschen auf seinem Weg...

 Das Leben geht ja weiter... Manchmal ist es nur schwerer zu ertragen....







Pythagoras 
R.I.P.


"Everything is everything
Everything is everything
But you're missing"
(Bruce Springsteen)








Sonntag, 26. August 2012

Das Tauschen ist des Lesers Lust...


Kennt Ihr das? 
Da plant man etwas und dann kommt doch alles ganz anders, weil Erkranungen und allerhand andere Dinge die Führung zu übernehmen scheinen....?! 
So ähnlich ging es mir in den letzten Tagen, daher ist es hier recht ruhig geworden... 
Es war wirklich eine Menge los hier: Schönes, Trauriges, Bedenkliches, Zeitraubendes... 


Mir ist es jedoch gelungen, ein kleines Projekt zu besichtigen, dass es inzwischen - zwar nicht in meiner Heimatstadt - aber doch in deren Nähe gibt: ein öffentliches Tauschregal für Bücher
Dieses befindet sich vor dem Kulturhaus eines unseres Nachbarorte. Genauer gesagt gibt es jetzt zwei dieser Buchtauschregale in zwei unserer Nachbarorte und beide wurden laut meines Wissens von demselben Unternehmen gestiftet. 




Sinn des Ganzen ist es, Bücherfreunden die Möglichkeit zu bieten, Bücher, die sie gern lasen zum Tausch für andere Leser zur Verfügung zu stellen, indem sie sich von diesen trennen und ins Regal stellen. Die Bücher können dann von neuen Buchfreunden entnommen werden, die dann angehalten sind, ein Tauschexemplar zu erbringen.





 
Ich finde den Standort des Bücherregals ganz gut gewählt. Ich war am Abend vor Ort und es war dort recht ruhig. Die Abendsonne tauchte die Gebäude und das Buchregal in sanftes Licht und es wurde eine ruhige, angenehme Atmosphäre geschaffen. 
Das Regal ist zentral aufgestellt, aber nicht gut von der Straße einsehbar. Ich kann mir vorstellen, dass dadurch einige Zerstörungswütige davon abgehalten werden, sich am Regal oder dessen Inhalt zu vergehen, da sie vielleicht gar nicht erst auf die Idee kommen, zum Kulturhaus zu marschieren... 
Trotzdem bin ich sehr gespannt, ob es dem Buchregal, auf lange Sicht gesehen, auch in Zukunft gut gehen wird.
Ich frage mich auch, ob es in unserer Gegend gut aufgenommen wird und sich das Projekt dementsprechend positiv entwickelt. 
Mir fiel bei meinem Besuch auf, dass viele alte und wohl ausrangierte Bücher im Regal standen. Ich erliege gern dem Charme eines in die Jahre gekommenen Buches, aber ich empfand diese eher als etwas alt und nun ja... nicht mehr zu schön anzufassen. Dazu kommt, dass es hauptsächlich klassische Werke waren, die man finden konnte. Ich denke, dass gerade ein jüngeres Publikum in dieser Gegend sich davon eher nicht angesprochen fühlen dürfte. 
Ganz unglücklich fand ich im Übrigen das Angebot von altes Gesetzesbüchern im Regal, die schon etliche Jahre alt und somit zumeist auch überholt waren. Wer kann so etwas noch gebrauchen? Was soll man mit Gesetzen, die geändert wurden? Ich finde, dies kann jemanden weniger gut informierten leicht in die Irre führen.
Für mich selbst habe ich leider kein schönes Buch entdeckt, das mich angesprochen hätte, bzw. hätten mich zwei interessiert, sahen aber so versifft aus, dass ich mich sorgte, mir was-weiß-ich-was für unhygenischen Kram ins Haus zu holen. 
Ich habe aber dennoch ein Buch ins Regal gestellt, das gut erhalten und mit recht modernem Inhalt versehen war. Irgendwie habe ich gehofft, dass dies andere vielleicht animiert, nicht nur alte, unlieb gewordene und schon recht keimig aussehende Bücher zu tauschen, denn ich finde solche Projekte schön und habe mich sehr darüber gefreut, dass es so etwas nun auch in meiner Nähe gibt. Ich würde meinen nicht ganz so positiven Eindruck gern hinter mir lassen und dieses Projekt aufblühen sehen. Die Idee ist gut, jetzt erfordert es meiner Meinung nach noch einer besseren Umsetzung, bzw. Annahme des Angebotes durch die Nutzer.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit ähnlichen Projekten? Wie sehen diese aus? Finden sie sich auch in Eurer Gegend? Nutzt Ihr sie? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare und würde mich darüber freuen, Euren Erfahrungen lauschen zu dürfen. 
Solcherlei Angebote finde ich nämlich immer spannend und von der Idee her recht toll. Da interessiert mich dann natürlich auch die Umsetzung des Ganzen... 


Habt einen guten Start in die neue Woche,
Eure 






 


Mittwoch, 1. August 2012

Rezension: „Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen: Gibt es eine unsterbliche Seele?“ von Günter Ewald



Hallo,


Ich sende Euch heute einen lieben Gruß zur Abendstunde.
Die heutige Rezension bezieht sich auf ein Thema, das wohl sehr zwiespältig aufgenommen wird, einige vielleicht sogar abschrecken mag, das ich aber sehr wichtig finde. Daher habe ich mich sehr gefreut, dieses Buch lesen zu dürfen und möchte nun meine Eindrücke mit Euch teilen.
Aber lest selbst.... ;-) 


Habt einen schönen Abend,
Eure 





„Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen: 
Gibt es eine unsterbliche Seele?“







Titel: Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen: Gibt es eine unsterbliche Seele?
Autor: Günter Ewald
Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Butzon & Bercker
Auflage: 1. Auflage 2011
Preis: 16,95 (D)
ISBN-10: 3766615440
ISBN-13: 978-3766615442

Bestellt werden kann das Buch auch direkt HIER.


Günter Ewald trägt den Titel Prof. Dr. rer. nat. und wurde 1929 geboren. Er studierte Mathematik, Physik, Chemie, aber auch Philosophie. Seine bisherige Arbeit sorgte dafür, dass das Verständnis von Glaube und Naturwissenschaften einen Fortschritt erfahren hat.

„Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen“ setzt sich – wie dem Titel bereits zu entnehmen ist – mit dem Phänomen der sogenannten Nahtoderfahrungen auseinander, schildert aber auch Nachtodbegegnungen. Dabei sind in diesem Buch viele Berichterstattungen von Betroffenen aufgegriffen worden. Diese geben dem Leser einen Einblick darin, wie Nahtoderfahrungen (bzw. Nachtodbegegnungen) sich zeigen können und wie unterschiedlich sie in ihrem Verlauf und Wesen aufzutreten vermögen, nur um doch mit gewissen Gemeinsamkeiten aufzuwarten.

Es findet sich hier jedoch weit mehr, als die Schilderung solcher Erlebnisse. Bei „Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen“ handelt sich eben nicht um ein reines Kompendium von gesammelten Erlebnissen. Ewald versucht, Nahtoderfahrungen aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchten und dabei auch Auffassungen, die aus menschlichem Glauben her rühren, aufzugreifen und zu erkunden.

Das Verständnis der einzelnen Berichte zu den Nahtoderfahrungen dürfte sich meiner Einschätzung nach als allgemeinhin leicht erweisen. Im wissenschaftlichen Bereich wurde für mich deutlich, dass der Autor hier versucht, Sachverhalte möglichst anschaulich darzustellen. Es wird mit Beispielen gearbeitet, die dem Alltäglichen geläufiger sind, um die Thematik auch für Unkundige greifbar zu machen. Ich muss jedoch zugeben, dass ich einige Passagen des Buches mehrmals lesen musste, damit sich der komplette Sachverhalt für mich vollkommen verständlich entfalten konnte. Es wurde zwar die Option offen gelassen, einige Kapitel des Buches, die sehr wissenschaftlich sind, zu überspringen, aber ich finde diese schon wichtig, um die gesamte Bandbreite des hier vorliegenden Werkes auszuschöpfen. Für Laien des wissenschaftlichen Bereiches, finde ich einige Darstellungen in Ewalds Buch zu komplex, bzw. schwer nachvollziehbar. Die Darstellungen zur Quantenphysik sollten einen wohl schon interessieren, wenn man sich die Mühe machen möchte, ihnen wirklich zu folgen. Ein gewisses Vorwissen würde das Lesen darüber hinaus sicher um einiges erleichtern.

Bezüglich der Satzstruktur und der verwendeten Wörter denke ich, dass diese nicht überzogen schwer gewählt wurden, teils doch aber auf ein gewisses, naturwissenschaftliches Wissen beim Leser gründen.

Als positiv empfinde ich, dass dem Buch eine Literaturliste angefügt ist, wie es bei wissenschaftlichen Arbeiten der Fall sein sollte. Es sind einige interessante, weiterführende Literaturstücke darin vermerkt.

Ich denke, dass sich „Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen“ gut für interessierte Leser eignet, die gern tiefergehende Informationen zu dem Thema hätten. Für diejenigen, die vielleicht nur nach Hilfe bezüglich des Trauerprozesses suchen, oder auch für jene, die sich erst neu an diesem Thema orientieren und sich eine leicht verständliche und Zugang gewährende Einstiegsliteratur wünschen, empfinde ich dieses Buch als zu komplex. Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass Ewalds Buch mehr als ein Begleiter ist. Es ist vergleichbar mit einem Forscher, der tief in die Materie eindringt und versucht, das Herausgefundene wiederzugeben. Dies gelingt in meinen Augen sehr schön.

Es gibt unzählige rein spirituelle Werke, die ich hier keineswegs verurteilen möchte. Es ist jedoch auch ganz angenehm, die eben andere Seite, die der Wissenschaft, genauer beleuchtet zu sehen. Gerade, weil Ewald sachlich Wissenschaft und Glauben in diesem Buch bearbeitet (wobei ich das Empfinden habe, dass der Wissenschaft der weitaus größere Teil zufließt) und ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede beleuchtet, ist „Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen“ umso interessanter zu lesen.

Noch ein kurzes Wort zur Aufmachung des Buches: Es handelt sich hier um eine gebundene Ausgabe mit einem Cover, das einen Tunnel zeigt, an dessen jeweiligem Ende jeweils Gestalten zu erkennen sind. Auch vor dem Tunnel zeigen sich Menschen.
In den Tunnel scheint Licht hinein, das diesen erleuchtet und die Gestalten zu willkommen scheint. Ich finde diese Coverillustration sehr gelungen und passend zum Thema Nahtoderfahrungen.





Noch einige Fotos zur Ansicht:







*********



Für dieses Rezensionsexemplar möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei:



Sowie bei dem Verlag: